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Vom Bitcoin-Schürfen zur KI-Fabrik: Wie Miner sich neu erfinden und Milliarden verdienen

markets2026-08-27 · 3 min read · 0 reads

Die großen Bitcoin-Miner entdecken ein lukrativeres Geschäft: Statt Kryptowährungen zu schürfen, vermieten sie ihre riesigen Rechenzentren an KI-Konzerne. Über 70 Milliarden Dollar an Verträgen sind bereits unterzeichnet. Ein Blick auf die stille Transformation, die eine ganze Branche verändert.

Jahrelang war ihr Geschäftsmodell klar umrissen: riesige Hallen voller spezialisierter Computer, die rund um die Uhr komplexe Rechenaufgaben lösen, um neue Bitcoins zu schürfen. Doch die großen Mining-Unternehmen dieser Welt erfinden sich gerade in atemberaubendem Tempo neu. Ihr neues, weitaus lukrativeres Geschäft heißt künstliche Intelligenz, und die Transformation vollzieht sich still, aber mit gewaltiger finanzieller Wucht.

Ein Berg an Milliardenverträgen

Das Ausmaß dieser Neuausrichtung lässt sich am besten an den bereits geschlossenen Verträgen ablesen, deren Volumen schlichtweg gigantisch ist. Die börsennotierten Miner haben sich mittlerweile zu kumulierten Verträgen im Bereich der künstlichen Intelligenz und des Hochleistungsrechnens verpflichtet, deren Gesamtwert die Marke von siebzig Milliarden Dollar überschreitet.

Diese Zahl verdeutlicht, dass es sich hier nicht um ein zaghaftes Experiment einzelner Firmen handelt, sondern um einen fundamentalen Wandel der gesamten Branche. Analysten des Hauses Bernstein haben sogar festgestellt, dass praktisch jeder große, in den USA börsennotierte Bitcoin-Miner mittlerweile in irgendeiner Form den Weg hin zu KI-Rechenzentren eingeschlagen hat.

Vom Bitcoin-Schürfen zur KI-Fabrik: Wie Miner sich neu erfinden und Milliarden verdienen

Die Vorreiter der Bewegung

Einige Unternehmen haben sich bei dieser Transformation besonders weit vorgewagt und liefern beeindruckende Zahlen. Das Unternehmen Core Scientific etwa rechnet mit kumulierten Einnahmen aus dem KI- und Hochleistungsbereich von über zehn Milliarden Dollar. Schon heute macht der Umsatz aus der Vermietung von Rechenfläche für KI ganze neununddreißig Prozent seiner gesamten Einnahmen aus.

Noch deutlicher wird der Wandel beim Miner TeraWulf, bei dem eine historische Schwelle überschritten wurde. Das Unternehmen hat langfristige Kundenverträge im Wert von mehr als zwölf Komma acht Milliarden Dollar bis Ende 2025 unterzeichnet. Im ersten Quartal 2026 übertrafen die Einnahmen aus der Vermietung von Hochleistungsrechnern erstmals die Erträge aus dem klassischen Bitcoin-Mining.

Ein Blick auf die konkreten Quartalszahlen von TeraWulf untermauert diesen dramatischen Umschwung eindrucksvoll. Im ersten Quartal des Jahres 2026 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Gesamtumsatz von vierunddreißig Millionen Dollar bereits einundzwanzig Millionen Dollar allein aus dem Geschäft mit dem Hochleistungsrechnen. Das Kerngeschäft ist also längst nicht mehr das Schürfen von Kryptowährungen.

Wenn Microsoft anklopft

Dass hinter diesen Verträgen die ganz großen Namen der Technologiebranche stehen, zeigt das Beispiel des Miners IREN in aller Deutlichkeit. Das Unternehmen sicherte sich im November 2025 einen über fünf Jahre laufenden KI-Cloud-Vertrag mit dem Software-Giganten Microsoft, dessen Wert bei stattlichen neun Komma sieben Milliarden Dollar liegt.

Der Umfang dieses einzelnen Vertrages illustriert die technologische Dimension der neuen Ausrichtung sehr anschaulich. Die Vereinbarung umfasst den Einsatz modernster Grafikprozessoren des Typs NVIDIA GB300 und erstreckt sich über eine flüssigkeitsgekühlte Kapazität von zweihundert Megawatt, was die enorme Rechenleistung verdeutlicht, die hier bereitgestellt wird.

Warum der Umbau so viel Sinn ergibt

Der Grund für diesen kollektiven Strategiewechsel liegt auf der Hand und ist von bestechender Logik. Die Miner besitzen bereits genau das, was für den KI-Boom am dringendsten benötigt wird: leistungsstarke Rechenzentren mit einem gesicherten und sehr hohen Zugang zu elektrischer Energie. Diese wertvolle Infrastruktur lässt sich nun in ein weitaus stabileres und profitableres Geschäftsmodell umwandeln.

Anders als die stark schwankenden Erträge aus dem Bitcoin-Mining bieten die langfristigen Verträge mit KI-Konzernen eine planbare und verlässliche Einnahmequelle. Diese Stabilität ist für die Unternehmen und ihre Investoren von unschätzbarem Wert, da sie die Abhängigkeit von den notorisch launischen Kursen der Kryptowährungen deutlich reduziert und für Sicherheit sorgt.

Die Prognosen für die nahe Zukunft sind entsprechend eindeutig und zeigen die Richtung klar auf. Es wird erwartet, dass die KI-bezogenen Dienstleistungen bis zum Ende des Jahres 2026 bis zu siebzig Prozent des Umsatzes dieser Unternehmen ausmachen könnten, ein enormer Sprung von den rund dreißig Prozent, die noch zu Beginn desselben Jahres verzeichnet wurden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Bitcoin-Miner leise, aber unaufhaltsam in die Infrastruktur-Anbieter des KI-Zeitalters verwandeln. Was einst als reine Krypto-Branche begann, wird zu einem zentralen Baustein der digitalen Zukunft. Diese Metamorphose zeigt eindrucksvoll, wie eng die Welten der Kryptowährungen und der künstlichen Intelligenz mittlerweile miteinander verwoben sind.

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