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Kryptowährungen in Deutschland 2026: zurückhaltende Nutzung, aber ernsthaftere Anleger

markets2026-08-21 · 3 min read · 2 reads

Die Nutzung von Kryptowährungen in Deutschland bleibt 2026 zurückhaltend. Laut einer BearingPoint-Studie nutzen nur 11 Prozent der Deutschen Kryptowährungen, deutlich weniger als in der Schweiz und Österreich. Gleichzeitig zeigt eine weitere Studie, dass deutsche Anleger zunehmend langfristig und er

Die Rolle von Kryptowährungen in Deutschland zeigt im Jahr 2026 ein zwiespältiges Bild. Auf der einen Seite bleibt die allgemeine Nutzung im internationalen Vergleich eher zurückhaltend. Auf der anderen Seite werden diejenigen, die tatsächlich in digitale Vermögenswerte investieren, immer professioneller und langfristiger in ihrem Ansatz. Zwei aktuelle Studien beleuchten diese Entwicklung genauer.

Nutzung im DACH-Vergleich

Eine im Juli 2026 veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens BearingPoint zeigt, dass lediglich 11 Prozent der deutschen Bevölkerung Kryptowährungen zumindest gelegentlich bis täglich nutzen. Damit liegt Deutschland deutlich hinter seinen Nachbarländern, denn in der Schweiz sind es 23 Prozent und in Österreich immerhin 18 Prozent der Bevölkerung.

Auch bei der Einschätzung als geeignete Geldanlage zeigt sich Deutschland zurückhaltend. Nur 23 Prozent der Deutschen betrachten Kryptowährungen als eine sinnvolle Investition. In der Schweiz liegt dieser Wert mit 37 Prozent deutlich höher, während Österreich mit 28 Prozent ebenfalls über dem deutschen Niveau liegt. Die Skepsis ist hierzulande also besonders ausgeprägt.

Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut YouGov im Zeitraum vom 18. bis zum 29. Juni 2026 durchgeführt. In Deutschland nahmen 2.031 Personen teil, in Österreich waren es 1.003 und in der Schweiz 1.001 Teilnehmer. Diese breite Datenbasis ermöglicht einen aussagekräftigen Vergleich der drei deutschsprachigen Länder im Bereich der Kryptowährungen.

Vertrauen und digitale Zentralbankwährung

Ein Grund für die deutsche Zurückhaltung könnte das hohe Vertrauen in traditionelle Währungen sein. In Deutschland bewerten 84 Prozent der Befragten klassisches Geld als gute oder sehr gute Zahlungsmethode. In Österreich sind es 87 Prozent und in der Schweiz 80 Prozent. Dieses hohe Vertrauen bildet eine Hürde für die breitere Verbreitung von Kryptowährungen.

Auch bei der Zukunft von Kryptowährungen sind die Deutschen skeptischer. Während in der Schweiz 45 Prozent glauben, dass Kryptowährungen als internationale Handels- oder Reservewährung dienen könnten, teilen in Deutschland nur 32 Prozent diese Ansicht. Bei einer möglichen digitalen Zentralbankwährung würden zudem lediglich 29 Prozent der Deutschen einen digitalen Euro im Alltag nutzen.

Unterschiede nach Geschlecht und Alter

Die Nutzung von Kryptowährungen ist in Deutschland zudem ungleich verteilt. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich eine deutliche Kluft, denn 15 Prozent der Männer nutzen Kryptowährungen, aber nur 6 Prozent der Frauen. Dies verdeutlicht, dass das Interesse an digitalen Vermögenswerten stark vom Geschlecht abhängt und Frauen bislang deutlich seltener investieren.

Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen nutzt in allen drei untersuchten Ländern etwa ein Drittel der Menschen Kryptowährungen. Junge Erwachsene sind somit deutlich aufgeschlossener gegenüber digitalen Assets als ältere Generationen, was auf einen langfristigen Wandel in der Zukunft hindeuten könnte.

Deutsche Anleger werden ernsthafter

Deutsche Krypto-Anleger setzen zunehmend auf langfristigen Vermögensaufbau statt auf Spekulation. (Symbolbild)
Deutsche Krypto-Anleger setzen zunehmend auf langfristigen Vermögensaufbau statt auf Spekulation. (Symbolbild)

Ein ganz anderes Bild zeichnet eine gemeinsame Studie von KPMG und dem Fachmedium BTC-ECHO, die sich auf aktive Anleger konzentriert. An der Befragung, die zwischen dem 15. November 2025 und dem 13. Januar 2026 stattfand, nahmen mehr als 1.400 Personen teil. Die Ergebnisse zeigen einen klaren Trend zu mehr Professionalität unter den Investoren.

Laut der Studie machen digitale Vermögenswerte inzwischen 34 Prozent des gesamten Vermögens der befragten Anleger aus, ein deutlicher Anstieg gegenüber 29 Prozent im Vorjahr. Die monatliche Investition liegt im Median bei 375 Euro. Diese Zahlen belegen, dass Kryptowährungen für engagierte Anleger einen festen Bestandteil ihrer Vermögensplanung darstellen.

Bitcoin dominiert

Bei den bevorzugten Anlagen dominiert weiterhin klar der Bitcoin. Ganze 91 Prozent der befragten Anleger halten Bitcoin in ihrem Portfolio, ein Anstieg um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr und um sieben Prozentpunkte seit dem Jahr 2022. Bitcoin bleibt damit das zentrale Fundament für die meisten deutschen Krypto-Investoren.

Bemerkenswert ist auch die veränderte Haltung der Anleger. Rund 87 Prozent der Teilnehmer verfolgen einen langfristigen Vermögensaufbau statt kurzfristiger Spekulation. Die Studie fasst diese Entwicklung damit zusammen, dass die Zeiten des Zockens im Krypto-Casino weitgehend vorbei zu sein scheinen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt bei 49 Jahren.

Zwei Anlegertypen

Die Untersuchung identifiziert zwei zentrale Anlegertypen. Auf der einen Seite stehen die digitalen Entdecker, die jünger als 35 Jahre sind, häufig handeln und sich auf sogenannte Altcoins konzentrieren. Auf der anderen Seite stehen die Kapitalbewahrer, die älter als 45 Jahre, eher risikoscheu und auf Bitcoin fokussiert sind sowie über ein höheres Einkommen verfügen.

Zusammenfassend zeigt sich 2026 ein gespaltenes Bild der Kryptowährungen in Deutschland. Während die breite Bevölkerung im DACH-Vergleich zurückhaltend bleibt, agieren die tatsächlichen Anleger zunehmend reif und langfristig orientiert. Rund 55 Prozent der Befragten wären zudem bereit, klassische Finanzprodukte über Krypto-Börsen zu nutzen. Die Daten stammen aus Studien von BearingPoint, YouGov, KPMG und BTC-ECHO.

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2026-08-21 · 3 min read · 2 reads
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