Hannah FischerVIEW PROFILE →
Bitpanda strebt an die Frankfurter Börse: Milliarden-IPO und das Ende des Krypto-Etiketts
Die Krypto-Plattform Bitpanda plant für 2026 einen Börsengang in Frankfurt mit einer angepeilten Bewertung von bis zu fünf Milliarden Euro. Goldman Sachs, Citigroup und die Deutsche Bank sind an Bord, während sich das Unternehmen vom reinen Krypto-Image löst.
Die europäische Krypto-Branche erlebt einen bemerkenswerten Reifeprozess, und kaum ein Ereignis verdeutlicht das so sehr wie die Börsenpläne von Bitpanda. Die in Wien gegründete und im gesamten deutschsprachigen Raum stark verankerte Handelsplattform bereitet einen Schritt vor, der sie endgültig aus der Nische in die erste Reihe der Finanzwelt katapultieren könnte.
Konkret plant das Unternehmen, noch im Jahr 2026 an die Frankfurter Börse zu gehen. Ein solcher Gang aufs Parkett wäre nicht nur für Bitpanda selbst ein Meilenstein, sondern auch ein starkes Signal für den gesamten Finanzplatz Deutschland und für die zunehmende Anerkennung digitaler Vermögenswerte im etablierten Kapitalmarkt.
Milliardenbewertung und prominente Banken

Die angestrebten Dimensionen sind beachtlich. Berichten zufolge peilt Bitpanda bei dem Börsengang eine Bewertung zwischen vier und fünf Milliarden Euro an, was das Unternehmen zu einem der wertvollsten Fintechs Europas machen würde. Für einen ursprünglich als reinen Krypto-Broker gestarteten Anbieter ist das eine erstaunliche Wertentwicklung.
Auch die Riege der beteiligten Institute unterstreicht den Ernst des Vorhabens. Für die Organisation des Börsengangs hat Bitpanda mit Goldman Sachs, Citigroup und der Deutschen Bank gleich drei renommierte Schwergewichte der internationalen Finanzwelt engagiert, was auf eine sorgfältig vorbereitete und ambitionierte Transaktion hindeutet.
Interessant ist auch die Standortwahl. Bitpanda hatte zwischenzeitlich eine Notierung in London geprüft, diese Option aber Berichten zufolge wegen der schwachen Liquidität an der Londoner Börse verworfen. Mitgründer Eric Demuth stellte klar, dass der Börsengang entweder in New York oder eben in Frankfurt stattfinden werde.
Mehr als nur Krypto
Ein zentraler Aspekt der Strategie ist der bewusste Abschied vom reinen Krypto-Etikett. Bitpanda möchte nicht länger ausschließlich mit Kryptowährungen in Verbindung gebracht werden, sondern positioniert sich als Europas führender Broker mit Zugang zu einer breiten Palette von Anlageklassen, von Aktien über Indizes und Fonds bis hin zu Edelmetallen.
Diese Neuausrichtung ist strategisch klug, denn sie macht das Unternehmen unabhängiger von den notorisch schwankungsanfälligen Krypto-Märkten. Indem Bitpanda sich als umfassende Investmentplattform präsentiert, spricht es eine deutlich breitere Zielgruppe an und wird für konservative Anleger und institutionelle Investoren gleichermaßen attraktiver.
Die regulatorische Grundlage dafür ist bereits gelegt. Bereits im Januar 2025 erhielt Bitpanda von der deutschen Finanzaufsicht BaFin eine Lizenz nach der europäischen Krypto-Verordnung MiCAR, die dem Unternehmen den Betrieb in allen siebenundzwanzig EU-Mitgliedstaaten unter dem einheitlichen europäischen Rahmen ermöglicht.
Ein Signal für den Finanzplatz
Dass Bitpanda parallel dazu die Zusammenarbeit mit etablierten Banken sucht, zeigt die Richtung der gesamten Branche. Im Juli kündigten Bitpanda und die Deutsche Bank an, im Jahr 2026 gemeinsam einen Krypto-Verwahrdienst zu starten, ein weiterer Beleg dafür, wie sehr digitale Vermögenswerte im klassischen Bankwesen angekommen sind.
Sollte der Börsengang wie geplant gelingen, wäre er ein doppeltes Ausrufezeichen: für die Reife der europäischen Krypto-Industrie und für die Attraktivität Frankfurts als Standort für große Technologie-Emissionen. Endgültige Bewertung und Zeitplan bleiben zwar noch offen, doch die Signale deuten klar auf einen der spannendsten IPOs des Jahres hin.






