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Bitcoin bei der Sparkasse: Deutschlands größte Bankengruppe will ab Oktober den Krypto-Handel für Millionen Kunden öffnen

markets2026-08-19 · 3 min read · 156 reads

Die Sparkassen wollen ihren rund 50 Millionen Privatkunden den Handel mit Bitcoin, Ether, XRP, Solana und Polygon direkt in der App ermöglichen. Ein interner Test soll Mitte September starten, der reguläre Start ab Mitte Oktober 2026 folgen, offiziell bestätigt ist das Datum aber noch nicht.

Ausgerechnet die Sparkasse, für viele Deutsche der Inbegriff des bodenständigen Bankwesens, macht sich daran, den Kryptohandel in die Breite zu tragen. Deutschlands größte Bankengruppe will ihren rund 50 Millionen Privatkunden ermöglichen, Kryptowährungen direkt über die vertraute Sparkassen-App zu kaufen und zu verkaufen, ohne Umweg über eine spezialisierte Kryptobörse.

Das Angebot trägt den Namen Krypto powered by Deka und wird von der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen, entwickelt. Laut Berichten des Finanzdienstes Platow vom 23. Juli 2026 ist ein regulärer Start ab Mitte Oktober geplant, offiziell bestätigt ist dieses Datum von der DekaBank oder den Sparkassen jedoch noch nicht, und frühere Zeitpläne waren bereits verschoben worden.

Was die Sparkassen planen

Die Dimension des Vorhabens ist beträchtlich. Allein die Sparkassen-Finanzgruppe zählt rund 50 Millionen Privatkunden, und auch die genossenschaftlichen Banken drängen mit ihrer Plattform meinKrypto der DZ Bank in denselben Markt. Zusammengenommen könnten damit Angebote entstehen, die einen sehr großen Teil der deutschen Bankkundschaft erreichen.

Der Start soll in Wellen erfolgen. Zunächst ist für Mitte September 2026 eine interne Testphase im Kreis von Mitarbeitenden und deren Umfeld vorgesehen, bevor der eigentliche Rollout beginnt. Entscheidend ist dabei, dass jedes Haus für sich entscheidet, ob und wann es die Funktion aktiviert, ein flächendeckender Start im Oktober ist also keineswegs garantiert.

Fünf Kryptowährungen und 99 Cent pro Order

Zum Start sollen die Kundinnen und Kunden fünf digitale Vermögenswerte handeln können. Neben den beiden Schwergewichten Bitcoin und Ethereum sind dies XRP, Solana und Polygon, allesamt direkt in die bestehende Banking-App eingebettet, sodass kein separates Konto bei einem externen Anbieter nötig ist.

Auch zu den Kosten gibt es erste Angaben. Pro Order soll eine pauschale Gebühr von 99 Cent anfallen, hinzu kommt ein von der DekaBank festgelegter Spread, dessen genaue Höhe bislang nicht öffentlich ist. Die nötige Liquidität und die technische Infrastruktur liefert die als MiCA-konform beschriebene Börse Stuttgart Digital im Hintergrund.

Wie die Verwahrung funktioniert

Beim Thema Verwahrung setzt die Sparkasse bewusst auf ein bankübliches Modell. Die Nutzer erhalten keine eigenen privaten Schlüssel, stattdessen hält die DekaBank die Kryptowerte als Verwahrer für ihre Kunden. Das nimmt Einsteigern die technische Hürde der Selbstverwahrung ab, bedeutet aber auch, dass die Kontrolle über die Coins bei der Bank liegt.

Die DekaBank entwickelt dabei das gesamte Paket aus Handel, Verwahrung und App-Anbindung aus einer Hand und tritt als reguliertes Institut auf. Für die Sparkassen hat das den Vorteil, dass sie ein komplexes und stark reguliertes Geschäft nicht selbst aufbauen müssen, sondern auf die Infrastruktur ihres eigenen Wertpapierhauses zurückgreifen können.

Vom Skeptiker zum Anbieter

Noch 2023 stufte die Sparkassengruppe digitale Vermögenswerte als hochspekulativ ein. (Symbolbild)
Noch 2023 stufte die Sparkassengruppe digitale Vermögenswerte als hochspekulativ ein. (Symbolbild)

Bemerkenswert ist der Sinneswandel dahinter. Noch 2023 hatte die Sparkassengruppe digitale Vermögenswerte offiziell als hochspekulativ eingestuft und ihren Kunden davon eher abgeraten. Dass nun ausgerechnet dieselbe Gruppe ein eigenes Kryptoangebot aufbaut, markiert eine der deutlichsten Kehrtwenden im deutschen Bankwesen der vergangenen Jahre.

Möglich wurde dieser Schritt vor allem durch die europäische Regulierung MiCA, die Ende 2024 in Kraft trat und erstmals einheitliche Regeln für Kryptowerte schuf. Die genossenschaftliche Plattform meinKrypto etwa erhielt ihre MiCA-Zulassung von der Finanzaufsicht BaFin bereits Ende Dezember 2025, was den Weg für den regulierten Bankbetrieb ebnete.

Auch die Nachfrageseite spricht für den Vorstoß. Eine Umfrage vom September 2025 ergab, dass 71 Prozent der genossenschaftlichen Banken Interesse an einem Kryptoangebot hatten, nach nur 54 Prozent im Jahr zuvor. Die Institute reagieren damit sichtbar auf ein wachsendes Kundeninteresse, das sich nicht mehr ignorieren lässt.

Sollte der Start wie geplant gelingen, würde er Kryptowährungen für ein Millionenpublikum so einfach zugänglich machen wie die Anlage in Aktien oder Fonds. Gerade wegen der noch fehlenden offiziellen Bestätigung und der früheren Verzögerungen bleibt jedoch offen, ob der Oktober-Termin hält oder ob sich der Einstieg der Hausbanken in die Kryptowelt noch einmal verschiebt.

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